

Markenkopie bei Händlern
Fachartikel — 6. Mai 2026Christian Rechmann
Geschäftsführung | Strategie
Was ein „dm“-Store in Essaouira über Markenstärke verrät
Produktpiraterie kennen wir alle: gefälschte Sneaker, kopierte Luxus-Handtaschen – Uhren oder Parfums, die bekannten Marken zum Verwechseln ähnlich sehen. Doch nicht nur Produkte können davon betroffen sein – auch Handelsmarken werden kopiert.
Ein kleines Beispiel dafür findet sich in den Gassen von Essaouira in Marokko: ein Laden, der sich optisch an der deutschen Drogeriekette dm orientiert. Logo, Farbwelt, Anmutung – alles zielt darauf ab, den beliebtesten deutschen Händler zu imitieren. Ergänzt wird das Ganze durch eine Art Claim:
„Germany Products“
Grammatikalisch nicht ganz sauber, inhaltlich eindeutig aufgeladen als Qualitätsversprechen, das wohl vor allem bei deutschen und internationalen Touristen Vertrauen erzeugen soll – denn immerhin gibt es dm in 14 Ländern. Allerdings nicht in Marokko.
Mehr als nur ein Fake
Der Betreiber dieses kleinen Marktes “leiht” sich die Strahlkraft der etablierten Händlermarke, um sich damit zu positionieren.
Der unternehmerische Schaden für dm scheint überschaubar: ein einzelner Kiosk in Essaouira wird den Umsatz nicht messbar beeinflussen. Und eine Kannibalisierung findet nicht statt, solange dm selbst nicht in diesem Markt nicht aktiv ist.
Vielleicht gibt es mal ein paar unzufriedene Touristen, der den Fake nicht durchschauen, die würde dann wohl auch mit einer “echten Rolex” und einer “really good Brand”-Louis Vuitton Tasche aus dem Souk kommen.
Wenn Handelsmarken kopiert werden
Wenn der Händler hier, in einem dm-fremden Markt versucht, zusätzlichen Umsatz für sich zu generieren, ist das ein ziemlich starkes Signal für die Relevanz der Drogerie-Marke, denn es zeigt:
- Die Marke ist international bekannt und leicht verständlich
- Sie hat ein klares visuelles und inhaltliches Profil
- Sie transportiert für ein konkretes Leistungsversprechen
Kurz gesagt: dm funktioniert eben nicht nur als Händler, sondern auch als Marke sehr gut – und das sogar in Marokko 😉
