

Welches Motiv ist KI, welches echt – und was kommt besser an?
Fachartikel — 2. April 2026Christian Rechmann
Geschäftsführung | Strategie
Die Diskussion um KI-generierte Werbung wird oft emotional geführt. Doch am Ende geht es für viele Kunden um eine simple Frage: Was wirkt besser – ein echtes Bild oder ein KI generiertes Motiv?
Ein Testcase von mediaanalyzer liefert eine überraschende Antwort. Die beiden Levis-Motive hier im Header wurden in einem Wirkungstest miteinander verglichen, das Motiv links ist real, das rechte Bild KI-generiert.
Das Ergebnis: Das KI-Motiv performte nicht nur besser, es wird sogar als „authentischer“ wahrgenommen. Das widerspricht der Intuition. In der Diskussion wurde schnell klar: Das reale Bild wirkt weniger generisch, die KI-Version etwas glatter und damit auch austauschbarer. Und trotzdem gewinnt sie im Test.
Der Grund liegt vermutlich in der Ästhetik. KI reproduziert ein „generisches Mittel“: perfekte Lichtstimmungen, optimierte Gesichter, vertraute Werbewelt. Und was vertraut wirkt, wird schneller als gut und sogar als authentisch bewertet.
Genau hier liegt der Konflikt. KI erzeugt Gefälligkeit, Realität erzeugt Reibung. Und oft ist es diese Reibung, die Marken unterscheidbar macht. Das heisst nicht, dass KI nicht funktioniert. Die Frage ist vielmehr, wofür. Für Performance-Werbemittel ist sie sehr effizient. Für Markenaufbau kann sie zu Austauschbarkeit führen, wenn nicht der AI-Artist für den individuellen Charakter sorgt.