

Der Khaby Lame-Deal: 900 Millionen Dollar für einen virtuellen Klon …
Fachartikel — 4. Februar 2026Christian Rechmann
Geschäftsführung | Strategie
Sicher kennt ihr die Clips von Khaby Lame, in denen er mit reduzierter Mimik und Gestik auf unsinnige Lifehacks reagiert und diese ironisch ad absurdum führt. Der senegalesisch-italienische Creator macht auf seinen sozialen Kanälen wortlose, universell verständliche Comedy und wurde damit 2022 zum meistgefolgten TikTok-Creator der Welt.
Jetzt hat Lame die Rechte an seiner Figur verkauft.
Das interessante an dem Deal: er hat auch die Rechte an seiner KI-Version verkauft. Also nicht – wie bei Influencern üblich – Reichweite und Werbeleistung, sondern die kommerziellen Rechte an der Verwertung seiner Figur, inklusive seines digitalen Zwillings.
Dieser virtuelle Klon ist jederzeit verfügbar und global einsetzbar. Sein Content, aber eben auch seine kommerzielle Nutzung als Markenfigur lassen sich damit unabhängig von seinen menschlichen Grenzen industrialisieren.
Khaby Lame gibt der Figur seine Glaubwürdigkeit, die KI-Version übernimmt die Skalierung.
Wir diskutieren häufig die Rolle von “Authentizität” in Social Media. Ich frage mich, ob der Klon von Lame diese Authentizität behalten wird, oder ob das (scheinbar) Echte nach und nach verloren geht und von der KI zum generischen Mittelmaß verwaschen wird.
Auch bleibt offen, inwiefern virtuelle Figuren in Zukunft überhaupt echte Prominenz voraussetzen. Charaktere wie Lil Miquela, eine virtuelle Influencerin mit knapp 3 Mio. Followern, legen nahe, dass auch eine komplett künstliche Person als “authentisch” wahrgenommen werden kann.
Im kleineren Maßstab erleben wir das ebenso mit der von uns geführten virtuellen Influencerin Lucy Homefield. Viele der Kommentare und DMs legen nahe, dass Nutzer, die mit der Figur interagieren, sich nicht daran zu stören, dass es ein AI erschaffener Character ist, obwohl wir das mit jedem Post offenlegen.
Die Frage scheint mir daher weniger, ob KI authentisch sein kann, sondern ob Authentizität überhaupt ein relevantes Kriterium ist oder jemals war.