

Aufgeräumtes Graffiti
Fachartikel — 26. Februar 2026Christian Rechmann
Geschäftsführung | Strategie
Der französische Künstler Mathieu Tremblin macht genau das: er räumt Graffiti auf. Zuerst „reinigt“ er Graffiti-Tags, dann zeichnet er sie neu – in klarer, neutraler Typografie. Größe, Farbe, Platzierung und Name bleiben gleich. Nur eben aufgeräumt und lesbar.
Seine Projekte hat er in mehreren europäischen Städten umgesetzt, teilweise verkleidet er sich dabei als städtischer Mitarbeiter, denn die Arbeiten sind nicht genehmigt und damit selbst eine Form der Street-Art.
Innerhalb der Graffiti-Szene wird das Projekt scharf diskutiert. Auf Threads findet man viele kritische Kommentare, wie:
>> He took what was already there, removed the culture and erased the art, but calls himself an artist? <<
Oder noch schärfer:
>> Typography contains meaning too. It’s a paratext. This just destroyed the whole thing. <<
Natürlich ist Graffiti ist nicht nur WAS irgendwo steht, sondern auch WIE es dort steht und die Frage, was bleibt, wenn man den Schriften ihren Charakter nimmt, ist sicherlich berechtigt.
Und dennoch mag ich persönlich das Projekt. Denn aus meiner Sicht macht es etwas sichtbar, was man sonst im Stadtbild einfach gar nicht wahrnehmen würde. Diese Irritation macht die Arbeiten so interessant.
Am treffendsten fand ich diesen Kommentar :
>> Looks just like Google Lens. <<
Stimmt, aber eben in Real Life. 😎



